PETER HAIMERL . ARCHITEKTUR

Clusterwohnen Wabenhaus

Beim Spaziergang durch das neue urbane Quartier in Riem im Münchner Osten sieht man, was man nahezu überall in Deutschlands Neubaugebieten zu sehen bekommt: weiße Quader mit standartisierten Fassaden aus Vollwärmeschutz in einem Raster aus grün und grau.
Das ist die Kulisse unseres Alltags, eine Collage aus den immer gleichen Elementen. Ein trauriger, urbaner Loop aus Einfallslosigkeit und Langeweile.

Der Architekt Peter Haimerl und sein Team wollen das ändern. Zusammen mit der experimentierfreudigen Wohnungsbaugenossenschaft WOGENO in München Riem wird aktuell das Wabenhaus MAMA in konventioneller Massivbauweise realisiert und 2022 fertiggestellt.

Das Gebäude setzt sich aus sechseckigen, horizontal aufeinander gestapelten wabenförmigen Röhren zusammen, die zu einem Cluster in Form eines großen Wabenstocks montiert werden. Das in der Natur weit verbreitete Prinzip der Hexagonalstruktur erlaubt intelligente, räumliche Verschachtelungen und ermöglicht unzählige Kombinationsmöglichkeiten von Raumeinheiten und Clustern. Wände verschwinden und werden zu Verbindungstreppen oder Raumtaschen.

Das Wabencluster ist optimal für genossenschaftliches Leben: es ist gemeinschaftlich, es ist sozial, es ist einbindend und öffnet sich zur Nachbarschaft.

Raus aus der Box!

Wir reißen die üblichen Wandstrukturen einer Box für ein neues Raumgefühl auf – das Rechteck wird zur Wabe, zu einem neuen Lebensraum mit weiterem Horizont.

Bauherr: Genossenschaft für selbstverwaltetes, soziales und ökologisches Wohnen WOGENO München
Architekt: PETER HAIMERL . ARCHITEKTUR
Mitarbeiter: Ulrich Pape, Tomohide Ichikawa
Bauleitung: Balda Architekten
Statik: aka ingenieure, Thomas Beck
HLS: Consult ddk
Elektrik: Ingenieurbüro v. Törne
Fertigstellung: 2022
Fotos: PETER HAIMERL . ARCHITEKTUR