PETER HAIMERL . ARCHITEKTUR

Verschwinde, Haus!

Eine alte Villa aus den 70er Jahren steht am Rande eines Weizenfeldes
und blickt auf die alte Stadt.
In zahlreichen Zimmern
windet sie sich um sich selbst,
verwinkelt sich,
zackt sich in den Hügel hinein
und türmt sich über einem trockenen Swimmingpool im Keller auf.

Jahrelang bleibt die Villa im Garten allein,
thront verlassen über dem Grund
bis sie neue Besitzer findet.

Dann verschwinden alle oberen Stockwerke,
nur das Kellergeschoss bleibt.
Es färbt sich flieder,
züngelt sich in 60° Winkeln dahin.
Im Zickzack öffnet es sich mit großen Fenstern zur Stadt.

Der Swimmingpool wird zum Wohnzimmer,
Keller werden
zu hellen Räumen für Kinder und Eltern,
für Dinge und für Familie.

Darüber wirft sich ein grüner Hügel auf.
Eine Grasdecke lässt das Haus verschwinden,
niemand sieht es von der Straße aus,
nur die Sonne weiß Bescheid.

Von der Straße aus
führt ein Betonblitz hinab hinein.
Er leuchtet im Dunkeln.

Bauherr:innen: Fam. Beck
Architekt: PETER HAIMERL . ARCHITEKTUR
Mitarbeiter: Ulrich Pape, Felix Meyer-Sternberg, Jutta Görlich
Fertigstellung: Mai 2026
Fotos: Quirin Leppert